kaffeeweiBer

Achtung: kann Spuren von Satire enthalten

Leif is Leif

Geschrieben von nomadyss am 4. November 2011

Gestern nachmittag wurde ich unfreiwillig an ein altes deutsches Volkslied erinnert, das sich gefühlte zwei Jahre auf Platz 1 der deutschen Hitparade tummelte.

Ich war mit meinem Sohn beim Training, wir waren recht früh dran und hatten nach dem Umziehen noch viel Zeit. Die fertig umgezogenen Jungs nutzten die Zeit und spielten Fangen. Im Flur, im Foyer, Treppe rauf, Treppe runter. Wer sich nicht bei 3 auf dem Klo eingeschlossen hatte wurde umgerannt. Durch neu hinzukommende Jungs wurde das Ganze recht unübersichtlich und man begann, sich die Namen desjenigen, der grad dran war, zuzuschreien.
Es ging eine Weile hin und her, ich ignorierte den Krach weitestgehend. Bis mein Gehirn mir mitteilte, dass es soeben ein vertrautes Lied gehört hätte. Da waren die Jungen gerade dabei, sich zuzurufen: „Leif is, Leif is, Leif is, Leif…!“

Ob es den Jungs von Opus damals genauso ging? Sie hörten ihre Kinder kreischen und plötzlich sagte einer der Österreicher „Des is a guats Liadl!“

Ein anderes Lied aus den tiefsten Kellern des deutschen Liedgutes erreichte mich neulich bei einer Lesung in der Kulturspelunke Rumbalotte continua im Prenzlauer Berg. Jürgen Schneider las dort aus seinem Roman „RMX“, was man getrost als „Remix“ übersetzen darf. Die größte Leistung bei diesem Werk bestand zweifelsohne darin, die Zeitungsausschnitte, aus denen dieses Buch besteht, in die richtige Reihenfolge zu bringen. Dieser Arbeitsaufwand dürfte vergleichbar mit dem Zusammenstellen einer persönlichen Best-Of-CD aus dem eigenen Plattenregal sein. Quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Von allen 3426 Stücken, die unbedingt mit auf diese CD müssen, 3410 auszusuchen, die dann doch nicht mehr auf die Scheibe passen. Alleine aus diesen B-Seiten ließen sich die wunderbarsten CDs machen. Die dabei zu berücksichtigenden Abhängigkeiten sind jedenfalls schlimmer als der zu beachtende Proporz bei der Neubesetzung des Vorstandspostens der Stadtwerke Köln.

Dummerweise hält man als Ergebnis zwar einerseits eine CD mit geiler Musik in den Händen, aber andererseits auch ein Buch, das keinen Sinn hat. Man kann beim Lesen durch Artikel über George Bush, Sarah Wagenknecht, Staubsauger, Helmut Kohl oder den Krieg in Afghanistan auch beim 25. Kapitel anfangen, ohne Wesentliches verpasst zu haben. Was nebenbei den Vorteil bietet, dass das Buch schneller zu Ende ist.

Zum Glück bietet die Rumbalotta nicht nur geistige Vorschlaghammer sondern auch hochgeistige Getränke. Ich war gerade dabei, mir das Buch schönzusaufen, als Herr Schneider bei einem Artikel über ein Roland-Kaiser-Konzert in Dresden ankam.

Ein Konzert, das bereits 3 Monate vor Termin ausverkauft war! Roland Kaiser! Nun interessiert mich Roland Kaiser weniger als ein fünfbeiniges Schwein auf dem Mont Everest, aber irgendwie fing mein alkoholgeschwängerter Geist an, Gefallen an dem Artikel zu finden, außerdem hielt ich als Kind das Lied „Santa Maria“ für eine musikalische Offenbarung mindestens göttlichen Ausmaßes.

Nun muss man sich ein Roland-Kaiser-Konzert wie folgt vorstellen: ein älterer Herr singt Schlager, die keiner kennt. Doch bei den entscheidenden 10 Liedern singen 20.000 Zuschauer inbrünstig mit. Dann kommt die Zugabe, Herr Kaiser kündigt an, dass er keine Zwischenrufe hören möchte. Allein diese Ankündigung lässt das Volk johlen. Es folgt „Joana“ und in sehnsüchtig besoffener Erinnerung an die Ballermann-Version dieses Songs brüllen die Zuschauer nach jedem „Joana“ „Du geile Sau!“
Ich war hingerissen. Ist das Kult oder ist das Blödheit? Gehen die Leute wirklich nur wegen diesem einen Moment auf ein Kaiser-Konzert? Müssen mich Pisa-Ergebnisse wundern oder hat Intelligenz keinerlei Einfluss auf den Spaßfaktor?

Ich starrte eine Weile vor mich hin und versuchte erfolglos, die Knoten, die meine Gedanken aus Roland Kaiser und einer Menge Bier geflochten hatte, zu entwirren. Ich erwachte aus meiner Trance als Herr Schneider, irgendwo in der heißen Sonne zwischen Antarktis und Lear Jet, gerade die Beifallsbekundungen des Publikums entgegennahm.

Ich zahlte und ging.

Aber vorher, vorher rief ich noch „DU GEILE SAU!“ auf die Bühne.

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Wie steht die F.D.P. zur Regierungsbeteiligung?

Geschrieben von nomadyss am 18. September 2011

Wir meinen, dass es eine nette Geste wäre, einfach mal die Klappe zu halten, wenn man keine Ahnung hat.

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Ü wie Überholverbot

Geschrieben von nomadyss am 18. September 2011

In der Schule sangen wir das lateinische Alphabet auf „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, das russische auf die Melodie zu „Ein Männlein steht im Walde“, das griechische Alphabet wurde in Mathe gebraucht (Warum können Piraten nicht im Kreis fahren? – Weil sie Pi raten!), beim englischen vergaßen wir regelmäßig, wie man das Y ausspricht.

Später lernten wir, unsere Namen zu buchstabieren, indem wir urdeutsche Vornamen und andere mehr oder weniger schöne Wörter in schneller Abfolge aneinanderreihten.
Nordpol, Otto, Martha, Anton, Dora, Ypsilon, Siegfried, Siegfried.
Manche konnten morsen, andere lernten Steno und sogar Steno-Steno. Endlich konnte man schneller schreiben als denken.
Neuerdings gibt es sogar ein Alpabet für diejenigen, die überhaupt nicht mehr denken können :) o:D ;-)

Und dann wurde das Kind eingeschult.

Und man beginnt, in Urlauten zu reden. Zu brummen, zu grunzen, zu lallen. So muss Sprache begonnen haben. llllllllllllllll. zzzzzzzzzzzz. nnnnnnnnnnnnn. mmmmmmmmmmmmmmmmm! Man versucht, stockbesoffen das Wort Löffel zu sagen, kommt aber über den ersten Buchstaben nicht hinaus.

Man liest die Anlauttabelle vor und stellt fest, dass selbst Selbstlaute nicht mehr das sind, was sie mal waren. Als wenn O wie Ofen und O wie Otter zwei verschiedene Buchstaben wären. O wie oder oder U wie Uhr und u wie und und U wie Unterhemd. Das wird tatsächlich unterschieden.

Mein absolutes Lieblingstierchen kommt aber beim Ü. Ü wie Übermut oder Ü wie Übel wie der Ö wie Österreicher sagt. Alles viel zu kurz für unsere Kinderchens. Die buchstabieren nämlich Ü wie Überholverbot. Tja, die Lernen fürs L wie Leben in der Sch wie Schule.

Für einige Problemkieze wurde in Berlin sogar kürzlich eine Spezial-Anlauttabelle herausgegeben, damit die Kinder sich auf dem Schulhof verständigen können und einen Grundwortschatz mit den wichtigsten deutschen Wörtern besitzen, mit dem sie auf jede Lebenssituation vorbereitet sind:

A wie Arbeitsamt
B wie Brandbeschleuniger
C wie Computer
D wie Dosenbier
E wie Ekelfleisch
F wie Facebook
G wie Gefängnis
H wie Heroin
I wie Internet
J wie Jappy
K wie krass
L wie Legastenie
M wie Messer
N wie nein
O wie Opfa
P wie Piratenpartei
Q wie quälen
R wie rülpsen
S wie Sozialarbeiter
T wie Titten
U wie urgeil
V wie verminderte Schuldfähigkeit
W wie würgen
X wie nix verstehen
Y wie Yuppie
Z wie Zahltag
Ä wie ätzend
Ö wie Ölpest
Ü wie Übergewicht
Ei wie iPhone
Ai wie Aids
Au wie Auto
Eu wie Euro
Sch wie Schulden
Sp wie Spickzettel
St wie stockbesoffen

Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn es wieder heißt:

Buschkowski for President!

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Bürokoller II

Geschrieben von nomadyss am 13. September 2011

Es gibt so Tage.

  • Was für ein Titel soll eigentlich „Dean“ sein? Taucht im Drop-Down-Menü in unserem Web-Shop auf.
  • Dean ist der College-Direktor.
  • Ah, man vergebe mir meine Unwissenheit. Es gibt ganze 3 davon in unserem System. Zwei sind Fake. Und einer war in 1998 mal bei uns. Soviel zu Sinn und Unsinn.
  • Äähem, Dean war der Ostblock-Elvis (siehe http://www.youtube.com/watch?v=00QSRHI6sUc&feature=related). Unnützes Halbwissen hierzu: Als Dean Reed starb, hinterließ er zwei Dinge in Ostberlin: Seine Motocross-MZ und jene amerikanische Fahne, die er 1970 vor dem US-Konsulat in Chile gewaschen hat, um sie symbolisch vom Blut des Vietnamkrieges zu reinigen. (Anmerkung des Verfassers: es waren sogar 3 dinge, nämlich zusätzlich Renate Blume!!!!!)
    Von wegen college-direktor! Er war quasi der Gojko Mitic der Ostmusik!!!

    In diesem Sinne Venceremos!!!

  • Von wegen Mitic der Ostmusik: Jeder einigermaßen DEFA-Geschulte wird sich an das Heileit „Blutsbrüder“ erinnern. Der Dean war ein Unversalgenie, schauspielern konnte er auch.
  • Ist es wieder mal so weit, ja? Dann darf mein dummer Kommentar nicht fehlen: Lang lebe Dean A4 !
  • …darf ich dann auch mal wieder das unbekannte chinesische Blasinstrument (inzwischen noch mehr auf dem Dachboden verkramt) anbringen – oder ist es jetzt eher unpassend?
  • Habt ihr da unten was geraucht?

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Integration

Geschrieben von nomadyss am 13. September 2011

Früher lehrten die Griechen uns Philosophie
heute leeren sie uns die Staatskasse

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Integration auf FDP-isch

Geschrieben von nomadyss am 15. August 2011

Ja, liebe F.D.P., Treffer, versenkt!
Wenn ich eine Schrippe haben möchte bestelle ich ein Croissant, klar. Mache ich immer so.

Immer wenn ich Lust auf Pizza habe bestelle ich eine Currywurst.
Und wenn ich Champagner möchte lasse ich mir Molle & Korn kommen.

Und wer möchte, dass die F.D.P. gewählt wird, muss sein Kreuz wo anders machen.

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Tautologie

Geschrieben von nomadyss am 9. August 2011

Attentäter von Oslo ist ein verwirrter Rechtsradikaler.

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Gewalt greift auf Burningham über

Geschrieben von nomadyss am 9. August 2011

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Das wahre wahre Leben

Geschrieben von nomadyss am 14. Juni 2011

Das schönste ist doch immer noch das wahre Leben:

Elfmeter.

Erst den Film gucken und schön auf den Ball achten, dann ein wenig grübeln, dann den Text lesen.

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Der Politlehrling

Geschrieben von nomadyss am 2. März 2011

Walle! Walle
Manche Strecke,
Dass, zum Zwecke,
Wohlklang fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Jubel sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen!
Bist schon lange siech gewesen;
Nun erfülle meinen Willen!
in mein Flugzeug steige,
schreib mir nach dem Mund
tanz nach meiner Geige
tu es allen kund!

Walle! Walle
Manche Strecke,
Dass, zum Zwecke,
Wohlklang fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Jubel sich ergieße.

Seht, sie laufen wie ich’s sage
Wahrlich! Lobeshymnen allezeit,
bis ans Ende meiner Tage
sind sie nur für mich bereit.
Wie die Wonne mich begleite!
Wie die Brust mir schwillt!
Wie aus jeder Zeitungsseite
Lobgesange quillt!

Halt ein! Halt ein!
Habe deine Gaben voll genossen
Musst denn gleich mein Totengräber sein?
Ach, ich merk’ es! Wehe! Wehe!
Meine Lorbeeren sind verflossen!
Meine Arbeit wird gemessen
Hab’ ich doch manch Ding vergessen!

Worauf am Ende mir der Titel wird verliehen.
Ach, sie laufen und bringen behände
meine Amtszeit jäh zu Ende!
So viele Fehler werden nicht verziehen!
Ach, wärst du doch nie geboren!
welche Abgründe tun sich auf
sie finden Stellen wohl zuhauf!
Wehe! Wehe! Ich bin verloren!

Nein, nicht länger
Kann ich’s lassen;
Will sie fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! Welche Blicke!

Oh, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus einstürzen?
Musst du jede neue Stelle
noch mit gnadenloser Häme würzen?
Verruchte Journallie,
Die nicht hören will!
Schandmaul, das du gewesen,
Steh doch wieder still!

Wollen sie’s am Ende
Gar nicht lassen?
Will sie fassen,
Ihnen einen Tritt verpassen
Dann ist die Medienschelte hoffentlich vorbei
Und ich atme wieder frei!

Wehe! Wehe!
Jetzt schrei’n sie erst richtig los
Warum? Warum ist die Empörung groß?
Weite Teile
stehn in Eile
Schon als Knechte
der falschen Macht im Staate!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie speien!
Landauf landab hört man sie schreien.
Welch entsetzliches Geschreibe!
Will denn keiner, dass ich bleibe?
Gott! Volk! CSU! Hört mich rufen!
Meine Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd’ ich nun nicht los.

„In die Ecke,
Karl Theodor!
Deine Zeit als Minister ist vorbei!
Uns interessieren nur deine Skandale,
alles andre ist uns einerlei.“

Frei nach J. W. Goethe

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