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Achtung: kann Spuren von Satire enthalten

Weblog-Archiv für 8. April 2008

Globalisiertes Durcheinander

Verfasst von nomadyss am 8. April 2008

Neulich hatte ich das Vergnügen, mit einer norddeutschen Brauerei zu telefonieren. Sie trägt einen seltsamen Namen und setzt die Software der größten deutschen Softwarebäckerei ein.
Nun scheint diese Software es an sich zu haben, nicht nur sämtliche Produktions-, Einkaufs- und Verkaufsvorgänge ihren Bedürfnissen unterzuordnen, sondern auch die gesamte Kommunikation zu beeinflussen. Ohne eine spezielle Nummer geht nämlich gar nichts mehr.
Wenn man der Kollegin am Schreibtisch gegenüber einen Kundennamen zuruft, weiß diese sofort, was gemeint ist. Aber werfen Sie mal der Buchhaltung in Ungarn eine Nummer zu!
Sei es die Software, sei es die Organisation in den Firmen, seien es die nicht genügend geschulten Mitarbeiter, jedenfalls scheint sich nicht das gesamte Arbeitsleben dem Programm unterordnen zu wollen. Die Mitarbeiter fangen an zu tricksen. Damit es schneller geht schickt also ein Mitarbeiter ein zweiZEILIGES Fax mit einer ganz simplen Bestellung. Alles ganz easy. Ein paar Tage später bekommt man dann Post aus der Firmenzentrale mit der gleichen Bestellung, dieses Mal aber versehen mit der berühmten Nummer. Dafür braucht die Zentrale nun 3 SEITEN und stiftet damit ziemliche Verwirrung, da z.B. unklar bleibt, an welche der 6 angegebenen Adressen man nun seine Antwort schicken soll.
Also greift man zusätzlich zum Telefon.

Und das soll effizient sein?
Das spart Kosten?

Ist ja schön für die Firma, dass der Einkauf in Spanien und die Buchhaltung in Ungarn sitzt. Die Reibungsverluste kosten in Deutschland Geld. Das führt zu steigenden Kosten, was wieder zu mehr Auslagerung führt. Irgendwann wird dann auch das Bier in China gebraut und von bolivischen Kindern in Kiepen nach Deutschland getragen.

Na dann, Prost!

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Unendliche Texte

Verfasst von nomadyss am 8. April 2008

Da habe ich Texte, die längst fertig waren, gestern verschicken wollen. Vorsichtshalber habe ich sie mir noch einmal angeschaut – und geändert. Heute morgen dann die Meldung meines Mailprogramms, dass die Mail nicht verschickt werden konnte. Habe die Mail noch einmal geschickt. Mir aber vorher die Texte noch mal angesehen. Ist so eine dumme Angewohnheit von mir.
Plötzlich fand ich es gut, dass die Mail nicht geschickt werden konnte. Denn ich habe die Texte noch einmal verändert. In der Regel heißt das: gekürzt. Wo kommen all die überflüssigen Füllwörter in meinen Texten her, wo die nicht weiterbringenden Nebenhandlungen? Wer schreibt die da rein?
Ich, der Vertreter des reinen Wortes, sehe mich konfrontiert mit – gähn – Überflüssigem. In meinen eigenen Texten. Kann ich meinen Anspruch, besser als Mittelmaß zu sein, nicht erfüllen? All die ganzen schlauen Sprüche von schlauen Menschen, die darauf hinauslaufen, dass das Problem nicht der Umfang des Textes, sondern dessen Kürze ist, kommen mir wieder in den Sinn. Als Schüler habe ich mich über den Satz: „Entschuldige, dass der Brief so lang ist, ich habe nicht viel Zeit“ (das Internet ist sich nicht sicher, ob es Goethe oder B.Pascal war, ich kann mich auch nicht mehr erinnern) noch gewundert. Heute weiß ich, dass Zeit, neben mangelnden Ideen natürlich, das eigentliche Problem ist.
Aber irgendwann muss ein Text vom Tisch, irgendwann fordern die nächsten Ideen ihr Recht. Dann muss man aufhören.

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