KAFFEEWEIBER

Zu Fuß durchs Internet

Gunnar Schupelius in Cicero 2/2008

Ich gebe zu, es ist nicht wirklich die neueste Nachricht auf Erden, aber es muss doch einmal gesagt werden:

Gunnar Schupelius, seines Zeichens “Chefreporter” der “größten Zeitung Berlins (B.Z.)”, bemängelt in der Cicero-Ausgabe 2/2008 den Sittenverfall der Gesellschaft.
Welch Hohn.
Die B.Z. ist Sittenverfall pur. Als “Chefreporter” dürfte Mr. Oberprediger Schupelius maßgeblich dazu beigetragen haben, dass es weder Anstand noch Moral mehr gibt. Dass Cicero ihm hier die Bühne gibt, wo es sich selbst doch als “Magazin für politische Kultur” versteht, spricht nicht für das Blatt. Auch die anderen Artikel sind nicht besser. Hier findet aalglattes Infotainment statt, pro Hochglanzseite ein schick verpacktes Häppchen, keine Ecken, keine Kanten, kein Wiedererkennungswert. Kultur sucht man insoweit vergebens, sieht man mal von den Vorabauszügen einiger Bücher ab.
Mein Fazit:
Es war das erste und einzige Mal, dass ich 7 Euro in diese Zeitschrift investiert habe.

P.S.
Was kostet eigentlich ein Playboy?
Da sind die Artikel ähnlich hochglanzpoliert und gehaltvoll, auch da gibts ab und zu Romanauszüge und zudem gibt es noch schöne Frauen zu bewundern.

Mai 5, 2008 Verfasst von nomadyss | Berlin, Gelesen, UnlesBar | , , , | 2 Kommentare

Thomas Hettche - NOX - Berlin Bibliothek der Berliner Zeitung - Band 4

Es scheint eine Marktlücke zu geben. Es fehlt an guter Berlin-Literatur. Wie anders ist es zu erklären, dass dieses Werk in die Berlin-Reihe aufgenommen werden muss?
Ich habe die Hälfte gelesen und muss sagen: es reicht. Ich will nicht mehr, will nicht wissen, wie es weitergeht.
Im Normalfall verschlinge ich Bücher, stehe nicht eher von der Toilette wieder auf, bis ich das letzte Wort erreicht habe, habe auch Donna Leon ertragen, Hera Lind und - unter Schmerzen - sogar einen Konsalik. Aber an NOX scheitere ich.
Nicht nur die Protagonisten, auch der Schriftsteller scheinen im totalen Drogenrausch zu sein. Aber statt Kraftvollem wie bei Elvis Presley oder The Prodigy, statt Beunruhigendem wie bei The Doors oder statt Abgefahrenem wie in “Fear and Loathing in Las Vegas” kommt nur eine hanebüchene (sic!) Story heraus, die keinen interessanten Plot hat, sich nicht gut liest und auch sonst jedweden Grund, sie zu lesen, vermissen lässt.
Ich traue mich nicht mal, das Buch bei Ebay einzustellen, werde versuchen, es zu verschenken. Bin sogar bereit, es zum Altpapier zu geben.
Schade um die 6,90 €!

April 2, 2008 Verfasst von nomadyss | Gelesen, UnlesBar | , | Keine Kommentare