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Achtung: kann Spuren von Satire enthalten

Archive for März 2008

Wladimir Kaminer: Ich bin kein Berliner, Goldmann 2007

Posted by nomadyss - 16. März 2008

Ich wollte immer schon mal wissen, wer dieser Kaminer, der mit „Russendisko“ bekannt geworden ist, eigentlich ist. Hier vereint er ein paar mehr oder weniger amüsante Geschichten über Berlin in einem Buch. Das ganze erinnert so ein bisschen an einen Reiseführer, die einzelnen Geschichten beschreiben verschiedene most-wanted-Themen wie Essen in Berlin, Verkehr in Berlin, Freizeit in Berlin usw.

Er selbst betont jedoch ausdrücklich, dass es kein Reiseführer sei. In der Regel sucht sich Kaminer ein Objekt der (eigenen) Begierde aus der jeweiligen Kategorie aus und schreibt ein nettes Geschichtchen dazu. Das liest sich flott und zaubert ein ums andere Mal ein Grinsen ins Gesicht, weil er sehr lebendig beschreibt, was jeder hier schon mal erlebt hat.

Einige der jeweils 4-7seitigen Texte scheinen allerdings nur Füllmaterial zu sein, aus den Fingern gesaugt in dem Bemühen, mehr als die 192 Seiten der Russendisko zusammen zu bekommen.
Am Ende der Geschichten kommen dann noch ein paar Tipps zu Alternativen, damit nähern wir uns doch wieder dem Reiseführercharakter.

Alles in allem sehr lesenswert und ein gutes Geschenk zudem.

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Katholische Kirche: Annäherung im Tarifstreit

Posted by nomadyss - 11. März 2008

In die Tarifverhandlungen der Katholischen Kirche ist Bewegung gekommen:

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bot erstmals an, das Zölibat aufzuheben. Dieses sei theologisch nicht unbedingt notwendig.
Die Gewerkschaft der Priester reagierte positiv, damit sei endlich ein konkretes Angebot auf dem Tisch. Die Priester bestehen aber weiterhin auf ihrer Forderung, den Einsatz von Messdienerinnen zuzulassen.

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StudiVZ-Gruppe gegen Kurt Beck

Posted by nomadyss - 11. März 2008

Nicht nur parteiintern, auch im Internet formiert sich der Widerstand gegen Kurt Beck.

Die äußerst erfolgreiche StudiVZ-Gruppe „Becks ist kein Bier“ wurde gestern aufgrund einer Millionenspende aus SPD-nahen Kreisen in „Beck wird kein Kanzler“ umbenannt. Nachdem die Namensänderung bekannt wurde verdoppelte sich die Zahl der Mitglieder binnen Stunden von 5.800 auf 12.000.

Dazu Rade Berger, Gründer der Gruppe: „Wow, ich hätte nie für möglich gehalten, dass die SPD mehr als eine Brauerei zahlt.“ Er wolle jetzt zahlreiche ähnliche Gruppen gründen, „Web 2.0 muss sich endlich auch finanziell lohnen!“

Der ungenannt bleiben wollende Spender, von dem nur bekannt ist, dass er ein Mitgliedsbuch der SPD besitzt, ließ derweil verlauten, auf diese Weise könne er das Angenehme mit dem Positiven verbinden. „In Liechtenstein war das Geld einfach nicht mehr sicher.“

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Medwedew mit US-Hilfe zum russischen Präsidenten gewählt

Posted by nomadyss - 11. März 2008

Der Einsatz der Wahlautomaten, die schon George W. Bush zum Präsidenten machten, hat sich nun auch für die russische Staatspartei „Eineiiges Russland“ gelohnt: Dmitri Medwedew, Wunschkandidat von Noch-Präsident Putin, hat das angepeilte Ergebnis erreicht. Putin zeigte sich sehr zufrieden mit der Technik: „Wenn man erst einmal das Ergebnis eingegeben hat ist die Maschine unbestechlich.“

Nach zahlreichen Anschuldigungen, die Wahlen seien unfair gewesen, erklärte Putin in einer Pressekonferenz, dass man sich sehr wohl für einen Kandidaten der Opposition hätte entscheiden können. Man habe dazu nur seine Adresse angeben und ein zusätzliches Kreuz beim Punkt „Datenschutzerklärung: Mir ist bekannt, dass der NKWD meine Daten nicht an Dritte weitergibt“ machen müssen.

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Das Küchenstudio am Rande der Stadt

Posted by nomadyss - 9. März 2008

Wer schon jemals das zweifelhafte Vergnügen hatte, eine Küche kaufen zu müssen, wird sich vielleicht gefragt haben, warum Küchenstudios immer an höchst unerreichbaren Orten stehen.
Dafür gibt es mindestens den Grund, dass der Kücheninteressent, hat er erst einmal den Weg in den Laden hinter sich, nicht noch einmal eine ähnlich strapaziöse Anfahrt haben will und sich deswegen schwört, hier und jetzt eine Küche zu kaufen. Das freut das Küchenstudio. Preisvergleich soll nämlich nicht sein. Wozu auch, im Prospekt ist alles so schön preiswert. Wer für seine Küche wirklich nur so wenig bezahlt hat wie im Prospekt gebe mir bitte Bescheid! Ich weiß nicht, was da für 900 € inkl. Geräten verkauft wird, anständige Küchen jedenfalls nicht. Irgendwie findet man die angepriesenen Kombinationen im Laden auch nie. Statt dessen stellt man fest:

* 1 Dunstabzugshaube: + 300 €
* 1 Hängeschranktür aus Glas: + 150 €
* 1 Eckschrank: + 450 € (was dabei besonders ärgerlich ist: sieht zwar gut aus, passt aber nichts rein)
* 1 schicke Spüle: + 270 € (komisch, es gibt immer nur die einfachen Spülbecken für 80 € oder die teuren für 350 €, aber nie die vernünftigen für 150 €!)

Merke 1:
Wenn man sich eine komplette Küche aus dem Prospekt ausgesucht hat, muss man den dort angegebenen Preis verdoppeln, um zu einer kompletten Küche zu kommen.

Dann muss man in den meisten Fällen erst mal zahlen.
Schon mal ein Küchenstudio gesehen, bei dem man weniger als 20% anzahlen muss? Bei dem man den Restbetrag erst nach dem vollständigen Aufbau der Küche zahlen muss?

Auf mein Argument bei Cucina legere, ich hätte keine Lust, dem Chef einen zinslosen Kredit zu geben, mit dem er auf Nimmerwiedersehen nach Haiti verschwindet, bekam ich zur Antwort, dass man doch 20 Läden habe, da gehe man nicht so schnell pleite. Wat ne Logik. Nach längeren Diskussionen ließ ich mich gegen 3% Rabatt auf die Turbokapitalismus-Zahlungsmodalitäten ein. Ich hatte einfach keine Lust, im nächsten Küchenstudio noch einmal ein paar Stunden mit dem gleichen Ergebnis zuzubringen. Und hatte Glück.
Nach mehreren Telefonaten (andere Schränke, weil es die, die die Küchenfachverkäuferin mir im Laden verkauft hatte, gar nicht gab, auch nie gegeben hatte), reibungslosem Aufbau, Reklamation wegen vergessenem Brandschutz und mehreren ungeordneten Besserungsversuchen hatte ich meine Küche endlich so, wie ich sie haben wollte.

Merke 2:
Manche Küchenfachverkäufer haben weniger Ahnung als der Kunde. Sie werden einem Schränke verkaufen, die es in dieser Breite, Höhe oder Farbe nicht gibt, sie werden zwar die Arbeitsplatte höher setzen, aber den Herd nicht, sie werden nicht wissen, ob Hängeschränke auch an Wänden aus Rigipsplatten befestigt werden können.

Und ein Jahr später war Cucina legere pleite. Wer jetzt angezahlt hat wird weder Geld noch Küche sehen. Schade auch.
Aber schließlich muss ich zuerst bezahlt werden.

In Liebe
Euer Insolvenzverwalter

Merke 3:
Kauft Eure Küche bei Ikea und schraubt selbst.

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