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Achtung: kann Spuren von Satire enthalten

Archive for Mai 2008

Harry Potter und die goldene Festung

Posted by nomadyss - 31. Mai 2008

Achtung: es folgt ein intellektueller Beitrag!
Ein Sommerloch-Füller.
Vor allem jedoch: ein antizyklischer Beitrag. Nichts ist momentan so tot wie Harry Potter, obwohl der ja eigentlich gar nicht tot ist.
Aber die Geschichte ist erzählt, verkauft, beendet. Alles könnte so schön sein. Wenn man sich nicht daran gewöhnt hätte, dass alle paar Jahre ein neuer Potter-Band erscheint. Worauf soll man jetzt warten? Auf die noch ausstehenden zwei Filme? Davor graust mir eher. Natürlich werde ich die Filme ansehen, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass sie das nicht vorhandene Niveau des 5. Films noch unterbieten werden.
Manchmal lässt aber JKR ein paar Schnipsel fallen, auf die sich durchaus zu warten lohnt. Hintergrundinformationen, wie Hermine sagen würde. Manchmal lässt sie aber auch gleich ein paar Bücher fallen, jetzt soll es auch noch ein Vorwort geben, das zeitlich vor Voldemorts erstem Versuch, Harry zu töten, angesiedelt ist. Nur – weder das eine noch das andere werde ich (mangels Geld) jemals zu sehen bekommen. Der Erlös aus der Versteigerung soll nämlich an wohltätige Zwecke gehen. Das heißt in der Regel und in diesem Fall ganz sicher: das Geld aller meiner Freunde zusammen reicht nicht. Warum muss Wohltätigkeit ungerechter sein als das deutsche Steuersystem?
So, jetzt aber die erfreuliche Nachricht: diejenigen, die in der Lage sind, den Inhalt des 7. Bandes zu vergessen, sollten sich die FanFiction „Harry Potter und die goldene Festung“ herunterladen und lesen. Im Normalfall sind diese Stories relativ schlecht, aber diese hier scheint eine rühmliche Ausnahme zu sein. Auf den ersten 320 Seiten ging es mir manchmal so wie beim Original: man liest bei Tisch, beim Zähneputzen, im Bett; man will wissen, wie es weitergeht. Natürlich gibt es Stellen, die gehen sowas von gar nicht, natürlich kommt einem immer wieder das Wissen um die „wahre“ Geschichte in die Quere.
Aber sonst: Hut ab! Eindeutig empfehlenswert. Ich hoffe, das bleibt auch die nächsten 400 (!) Seiten so.

Nur noch eine Frage (ich habe ja gesagt, es wird intelektuell): was ist eigentlich schädlicher für die Umwelt: die 700 Seiten ausdrucken oder sie am Bildschirm lesen?

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Heimwärts heimwärts

Posted by nomadyss - 11. Mai 2008

Geschrieben bei Vater auf dem Sofa, getippt auf dieser gar schröcklichen Tastatur des Eee, mir selbst geschickt über das WLAN des Nachbarn. Tausendmal geändert, gekürzt und dann. Abgeschickt.
Angenommen, gedruckt.
Was für ein Gefühlt, wenn der eigene Name dort vor einem steht.
Jetzt sitzt Vater auf ebendiesem Sofa und liest. Der Text kehrt heim.

Mir bringt das außer der Ehre 40 Euronen. Damit zahlt ein klassisches Printmedium doppelt so viel wie Germanblogs in besseren Tagen gezahlt hätte wenn sie gezahlt hätten; und das, obwohl ich alle Rechte behalte.
Nur muss man ein paar Leute von seinen Texten überzeugen, eine eingebaute Qualitätskontrolle sozusagen für die Printmedien. Wär für einige (und insbesondere Pro-) Blogger auch zu empfehlen: da wird gebloggt, was das Zeug hält. Und wer will es ihnen verdenken, wenn nach Quantität gezahlt wird. Was dann dabei heraus kommt lässt sich gerade wunderschön auf Germanblogs beobachten. Da werden den Leuten für Geld, das gerade einmal zum Bezahlen der Tinte reicht, die Rechte abgekauft. Da würde ich meine guten Texte auch nicht für geben, dafür kriegen sie nur die schlechten. Schöne neue Welt.

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Olympia – Boykott or not!

Posted by nomadyss - 7. Mai 2008

Während die Chinesen sich gerade im tibetischen Hochland auf den Sommer-Biathlon vorbereiten (ist wie Biathlon, nur ohne Skifahren), grübelt die Welt, ob sie überhaupt an den Spielen teilnehmen soll:

Die Deutschen, obwohl Erfinder der olympischen Propaganda, sind in den letzten Jahren etwas aus der Übung gekommen und überlassen den einzelnen Verbänden die Entscheidung. So wird der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) zwar keine Sportler, wohl aber seine Ärzte entsenden. Nur Frau Merkel boykottiert offen die Eröffnungsfeier und isst zudem seit zwei Wochen keine Chinapfanne mehr.

Die Franzosen planen einen Teilboykott: Nach dem Diebstahl der olympischen Fackel treten sie nur in den Wettbewerben an, in denen keine Chinesen vertreten sind. Da die Chinesen inzwischen jedoch auch Spitzensportler nachbauen, läuft dies faktisch auf eine Nichtteilnahme Frankreichs hinaus.

Fein raus sind die Niederländer. Die schaffen die Olympia-Qualifikation sowieso nie, schicken aber zur Beobachtung der Lage Geert Wilders als politisch neutralen Kommentator nach Peking.

Die Belgier unterstützen die zentralchinesische Regierung und wollen zur Eröffnungsfeier mit dem Spruchband »geteiltes Land ist halbes Land« auflaufen.

Die Wallonen und die Flandern befürworten dagegen die Teilung.

Die Amerikaner haben beschlossen, nach China zu fahren. Der Einmarsch wird den Codenamen »Now really enduring freedom« tragen und soll am 03.08.2008 zur besten Sendezeit starten.

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Gunnar Schupelius in Cicero 2/2008

Posted by nomadyss - 5. Mai 2008

Ich gebe zu, es ist nicht wirklich die neueste Nachricht auf Erden, aber es muss doch einmal gesagt werden:

Gunnar Schupelius, seines Zeichens „Chefreporter“ der „größten Zeitung Berlins (B.Z.)“, bemängelt in der Cicero-Ausgabe 2/2008 den Sittenverfall der Gesellschaft.
Welch Hohn.
Die B.Z. ist Sittenverfall pur. Als „Chefreporter“ dürfte Mr. Oberprediger Schupelius maßgeblich dazu beigetragen haben, dass es weder Anstand noch Moral mehr gibt. Dass Cicero ihm hier die Bühne gibt, wo es sich selbst doch als „Magazin für politische Kultur“ versteht, spricht nicht für das Blatt. Auch die anderen Artikel sind nicht besser. Hier findet aalglattes Infotainment statt, pro Hochglanzseite ein schick verpacktes Häppchen, keine Ecken, keine Kanten, kein Wiedererkennungswert. Kultur sucht man insoweit vergebens, sieht man mal von den Vorabauszügen einiger Bücher ab.
Mein Fazit:
Es war das erste und einzige Mal, dass ich 7 Euro in diese Zeitschrift investiert habe.

P.S.
Was kostet eigentlich ein Playboy?
Da sind die Artikel ähnlich hochglanzpoliert und gehaltvoll, auch da gibts ab und zu Romanauszüge und zudem gibt es noch schöne Frauen zu bewundern.

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Wie man sich bettet so schläft man nicht

Posted by nomadyss - 3. Mai 2008

Wie erträgt man die Welt, wenn man an einem extrem grauen trüben Spätnachmittag, der einen mit einem dünnen Wasserfilm auf Händen und Gesicht zurücklässt, in der S 11 von Düsseldorf nach Neuss Norf fährt?
Wenn man im Bus nach nirgendwo namens Neuss Norf Nord-Dorf der einzige Fahrgast ist, der Busfahrer fährt, als ob der Teufel persönlich hinter ihm her ist, dabei ist weit und breit kein IM „Rollstuhl“ Schäuble in Sicht. Man verlässt den Bus, ein Kreisverkehr, Einfamilienhäuser, eine Tankstelle, ein Ortsausgangsschild, kein Gehweg mehr, KEIN verdammtes Mercure Hotel. Hier ist, wo nichts mehr ist. Wo das große allmächtige Rheinland seinen Verdauungstrakt hat, wo Düsseldorf hinpupst.
So stelle ich mir das ländliche Amerika vor. Hier erträgt man die Welt nur, indem man sie nicht erträgt.
Meine Güte, da bin ich durch Bielefeld gefahren und dachte, schlimmer kann es nicht kommen. Ja, und dann kam ich nach Neuss und dachte, schlimmer kann es nicht kommen. Und dann kam ich ins Mercure Hotel.
Boah.
Hatte ich erwähnt, dass es ein grauer Tag war?
Das Fehlen jeglicher Farbe draußen war aber nichts gegen das Fehlen der Farbe drinnen. Grauer Teppich, graue Wände, ein grauer Vorhang vor dem Fenster. In der Nacht ein Klopfen direkt vor dem Fenster, als ob jemand mit einem Kuhfuss auf einen Fahnenmast einprügelt. Irgendwann muss der doch aufhören und verschwinden, dachte ich mir. Er sah das anders und prügelte weiter. Müde und wütend traute ich mich doch mitten in der Nacht ans Fenster und spähte hinaus. Aber da war kein Fahnenmast. Und keiner, der einen Kuhfuss schwang. Überhaupt war eigentlich keiner da. Das Klopfen kam auch plötzlich gar nicht mehr von draußen, sondern von unten. Wieso von unten? Da ist doch nichts, nur die Heizung.
Die Heizung.
Das kann nicht sein. Das ist ein 4-Sterne-Hotel.
Einen Versuch ist es wert. Heizung abgedreht.
Keiner klopft mehr.
Ich fass es nicht. Ich will nach Hause.

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Der Markt bestimmt den Preis

Posted by nomadyss - 1. Mai 2008

30. April 2008, 18.15 Uhr, Berlin:
1 Liter Super kostet 1,39 €

2 Stunden später, 200 km weiter nördlich:
1 Liter Super kostet 1,48 €

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