kaffeeweiBer

Achtung: kann Spuren von Satire enthalten

Erheuschreckend

Posted by nomadyss - 12. August 2008

Als die Berliner Zeitung Ende 2005 von einer britisch-amerikanischen Finanzinvestorengruppe übernommen wurde, hatte ich gedacht, dass es schnell bergab geht mit meinem Lieblingsblatt. Ich muss zugeben, ich irrte mich.
Es ging nur langsam bergab. Dafür scheint das Tal, das offenbar erreicht werden soll, immer tiefer zu werden.
Der ehemalige Chefredakteur Uwe Vorkötter schrieb sich mit einigen kämpferischen Artikeln selbst aus dem Blatt, viele andere blieben. In letzter Zeit scheint Mr. Montgomery, Chef der Mecom Group und damit Besitzer der Zeitung, aber mit aller Macht seine Renditevorgabe von 15-20% umsetzen zu wollen. Nachdem schon vor längerer Zeit Lektoren und Rechtschreibkontrolle abgeschafft wurden findet nun eine Germanbloggisierung statt. Die Artikel werden immer belangloser, immer inhaltsleerer, immer schlechter recherchiert. Es findet immer weniger Objektivität und immer mehr Meinung statt. Dabei korrespondiert die vertretene Meinung immer weniger mit meiner eigenen Meinung.

So, wie ich Finanzinvestoren verstehe, wird etwas gekauft, dieses Etwas mit allen Mitteln extrem ausgequetscht und dann mit möglichst viel Gewinn verkauft. Wobei dieses extreme Ausquetschen meist so an die Substanz geht, dass ich mich frage, wieso das Ergebnis dann noch mit Gewinn verkauft werden kann.
Auf jeden Fall ist dieses Gebaren wieder mal ein Beleg für meine Theorie, dass das Unheil der Welt damit begann, dass es möglich wurde, durch den Einsatz von Geld mehr Geld als durch den Einsatz seiner Arbeitskraft zu verdienen.

Doch zurück zur Zeitung. Wenn es so weitergeht, und danach sieht es aus, muss ich mich nach einer Alternative umsehen. Der Tagesspiegel ist auch nicht mehr das, was er mal war. Der ganze Rest ist Grütze. Der ganze Rest? Eine Zeitung aus einem Dorf in Gallien gibt es da noch. Sehr tapfer, sehr lustig, ehrlich und symphatisch. Aber leider nicht objektiv. Die Rede ist natürlich von der taz. Chronisch pleite und ähnlich vom Aussterben bedroht wie der Pandabär oder der ungedopte Radrennfahrer.
Hätten wir eine Medienlandschaft wie in Italien wäre die taz Pflichtzeitung für jeden aufrecht denkenden Menschen. Da wir aber in Deutschland noch relativ gut mit relativ unabhängigen Zeitungen gesegnet sind (auch ein Grund, warum die Bloggerszene hier keine Beachtung findet), will ich mir das getaze nicht täglich antun.

Das Problem ist klar. Der Ausweg aber auch:

BLOGGER GRÜNDET TAGESZEITUNG

Ich bin dann mal weg, sehen, ob ich eine Bank finde, die mir Kredit gibt.

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