kaffeeweiBer

Achtung: kann Spuren von Satire enthalten

Mehr Alkohol. Oder weniger.

Posted by nomadyss - 20. Juni 2009

Machen wir mal ’ne Aktionswoche. Aktionswochen kommen gut und lenken die geballte mediale Aufmerksamkeit auf ein Problem. Feine Sache das.
So haben wir in letzter Zeit die Aktionswochen „Mobil ohne Auto“, „Aktionswoche für regionale Warenwirtschaft“, „Aktionswoche für interkulturelle Verständigung“ und die „linke Aktionswoche“ mehr oder weniger erfolgreich, will heißen, ohne irgendwelche messbaren Veränderungen (mit Ausnahme von ein paar brennenden Autos), hinter uns gebracht.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung veranstaltet nun die Aktionswoche Alkohol. Nicht die „Aktionswoche gegen den Alkohol“ oder die „Aktionswoche für verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol“, nein, die „Aktionswoche Alkohol“.

Es wird diverse Testparcours geben, bei denen man ein ärztlich überwachtes Alkoholkoma erleben, den Alkoholgehalt diverser Getränke anhand einer Geschmacksprobe erkennen oder sich Alkohol intravinös von der Gemeindeschwester spritzen lassen kann. Besonders für die jugendlichen Teilnehmer sind die Krankenwagen-Wettrennen in die nächstgelegene Notaufnahme gedacht.

Mit dabei auch ein schöner Selbsttest, der die Feierabendbiertrinker unter uns in schwere Abhängigkeit stürzen und die schwer Abhängigen zu sofortiger Umkehr bewegen wird. So wird man nichtsahnend mit der Frage konfrontiert, ob es in den letzten 12 Monaten passiert ist, dass man wegen des Trinkens Erwartungen, die man normalerweise an mich hat, nicht mehr erfüllen konnte. Also ich weiß jetzt wirklich nicht, was mein Sexleben damit zu tun haben soll.

Auch die weiteren Fragen stolpern gleich von totaler Abstinenz in die totale Abhängigkeit. Wenn man z.B. in leicht berauschtem Zustand (nach einem Bier, da man sonst ja nichts trinkt) über einen Zaun klettert, dabei hängenbleibt und sich verletzt wird man die Frage „Haben Sie während der letzten 12 Monate sich oder andere Personen unter Alkoholeinfluss verletzt?“ mit „Ja“ beantworten müssen.

Das Testergebnis schwenkt damit von „Alles klar! Weitersaufen!“ über „Risiko! Sie müssen noch üben!“ gleich bis zu „Gefahr!“. Dazwischen gibt es nichts.

In der Auswertung sticht die Frage „Fällt eine Antwort auf das gelbe Feld?“ ins Auge.
Ich verstehe nicht so ganz, wie das gehen soll. Mir ist leider beim Ankreuzen mein Frühbier auf das gelbe Feld gefallen, aber eine Antwort? Auf das Feld gefallen? Eher noch ist der Endlektor auf den Kopf gefallen.

Doch jetzt habe ich genug gelästert, jetzt gehe ich mir die Aktionswoche schön saufen.

Ach nee, eins noch. Sucht mal bei Google nach „Der Wunderkot“. Oder war’s die Wunderkotze? Kurze Zusammenfassung: Vogel kackt in den Vorgarten, Blumen wachsen, die Welt ist schön.

Mehr Bier bitte.

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