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Achtung: kann Spuren von Satire enthalten

Archive for Juli 2009

Skandal in Schleswig-Holstein

Posted by nomadyss - 20. Juli 2009

Carstensen mit den Stimmen von NPD und Linkspartei abgewählt.

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Best of

Posted by nomadyss - 19. Juli 2009

Da hab‘ ich ja was angerichtet. Seit ich die ganzen Nackten, die hier so gesucht werden, aufgelistet habe, kommen fast nur noch vor Geilheit triefende Google-Anfragen durch. Deshalb möchte ich an dieser Stelle mal etwas antizyklisch handeln und auf diejenigen Beiträge, die ich persönlich für sehr gelungen halte, hinweisen.

Als da wären (in chronologischer Reihenfolge):

Die NNN
Nachholbedarf
Mehdorn fliegt
Olympia – Boykott or not!
SPD 2008 – Auf der Suche nach dem Kanzlerkandidaten
ich kaufe ein A – tomkraftwerk
Kleine Anfrage
he, nach 1 Jahr wieder ganz aktuell: Wahlkampf I
Selbstmordausschläg e an der Datenbefreiungsfront
Neuer Trainer in Rostock
Einsparungen bei Ratiopharm
Dekadente Klage eines notleidenden Kredites
HRE – OPEL – NPD
Es muss nicht immer Kaviar sein
Im Wandel der Zeiten
Ungleichberechtigung
Prämie
StayMad
K-O-mmt drauf an
Mangelnde Sprachkenntnis
Neue Akten aufgetaucht – doch überholt ohne eingeholt zu haben
Europawahl – Update

Ganz ausdrücklich empfehle ich auch die anderen hier nicht genannten Einträge!

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Endlich Ferien!

Posted by nomadyss - 14. Juli 2009

In einem Land, in dem nicht der Staat entscheidet, was die zukünftigen mündigen Staatsbürger einmal können müssen, sondern jedes an Minderwertigkeitskomplexen leidende Bundesland sich in Klein-Klein verlieren darf, gibt es einheitliche Bewertungen, die alle Schüler zwischen Rügen und Bodensee gleich machen wollen. Wenn es denn Noten gibt.

Heute gabs Zeugnisse. Aber keine Noten. In Klasse 1-2 jedenfalls nicht. Die Berliner Pädagogik beschränkt sich darauf, die Schüler vor den bösen, bösen Zensuren zu bewahren. Die Kinder, die einiges nicht so gut wie andere können, sollen sich nicht so früh ausgegrenzt fühlen. Schließlich kriegen die Kleinen kein „schlecht“ vorgesetzt. Es ist wie später bei den Arbeitszeugnissen. Nirgendwo ein schlechtes Wort. Als wenn das die Schüler besser machen würde.

Und in der dritten Klasse dürfen die Eltern entscheiden, ob es Noten gibt oder nicht. Welchen Sinn das hat? Äh. Nun ja. Vielleicht —
Ehrlich, ich habe keine Ahnung. Bin ja auch kein Pädagoge. Bin ja nur als Elternteil mittelbar Betroffener. Unsere Pädagogen werden schon wissen, was sie tun. Sie werden auch wissen, warum es für die Kleinen pädagogisch gesehen wertvoll ist, jedes zweite Jahr Grundsätzliches am Schulsystem zu ändern. Gesamtschule, keine Gesamtschule, 2- oder 3jährige Schuleingangsphase, um ein Jahr vorgezogene Einschulung, geänderter Zugang zum Gymnasium, entschärfte Änderung des Zugangs zum Gymnasium, Gemeinschaftsschule. Sind mal so ein paar Stichworte der letzten Jahre.
Und warum es wichtiger ist, die Eltern über Zensuren abstimmen zu lassen als einen geordneten durchgehenden Unterricht zu gewährleisten. Immerhin fielen in Berlin 11% aller Schulstunden aus. An unserer Schule gar 15%.

Nach all den ganzen pädagogisch sinnvollen Änderungen müssen unsere Kinder heute mindestens doppelt so schlau und zwischenmenschlich gestärkt und emotional gebildet wie wir im gleichen Alter sein. Wo wir doch ein diktatorisches Schulsystem durchlaufen haben.
In welch wunderbarer Welt wir doch leben. Komisch nur, dass heutzutage ganze Gymnasiasten-Jahrgänge in psychologischer Behandlung sind. Und dass Horden von Schulabgängern dumm wie Stulle sind. Man lese sich nur mal ein paar Bewerbungen auf eine Ausbildungsstelle als Bürokaufmann durch.

Honk!

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Open to close

Posted by nomadyss - 14. Juli 2009

Wenn man nachts um drei die Schönhauser Allee in Berlin betritt fragt man sich unweigerlich, ob es tatsächlich schlimmer sein kann, einsam zu sein als zwei Kinder zu haben. Anstatt vom Tag geschafft im Bett zu liegen und seinem verdienten und viel zu kurzen Schlaf zu frönen bewegen sich Massen durch die Stadt, auf der Suche nach Gemeinsamkeit. Kinder-, beziehungs-, ruhelose Menschen, denen die Decke in ihrer schick eingerichteten Zwei-Zimmer-Wohnung auf den Kopf fällt. Die mit Mitte 30 mitten im Leben stehen aber doch noch glauben, etwas zu verpassen. Ganze Generationen von tatsächlichen und gefühlten Scheidungskindern haben die Pubertät nie verlassen und sind immer noch dabei, sich zu finden. Der Blick, den sie dabei auf andere entwickeln, mag treffend sein (was sie am Ende von Beziehungen mit ähnlich Gestörten abhält), macht sie aber beziehungsunfähig.

Man merkt Ihren scannenden Blicken an, sie suchen einen Partner. Sie wollen mit Kindern ihr emotional unfertiges Leben ändern. Alt? Nein, das sind die anderen. Als Zeichen an das andere Geschlecht, dass man jung und frisch und unverbraucht ist, gelten aus unerfindlichen Gründen offene Bierflaschen, die Mann und Frau auf der Straße, in der Straßenbahn, ja überall in der Hand hält. Die ganz hippen Frauen, die noch anders als die anderen Anderen sind, haben inzwischen offene Sektflaschen bei sich, aus denen sie gelegentlich nippen.

Ich erwische mich, wie ich ab und zu diese Nachtgestalten beneide, um ihre Zeit, um ihre Einsamkeit. Wie schön es wäre, so zwei Tage in der Woche, keinen zu haben, mit dem man irgendwas teilen muss. Ohne schlechtes Gewissen sinnlose Dinge machen zu können. Mal einen Tag den Keller aufräumen, den ganzen Morgen im Café zu verdaddeln, einfach so nachmittags Freunde zu treffen, ohne vorher einen Absprache- und Organisationsmarathon durchlaufen zu müssen.

Aber wenn man dazu Becks toll finden und eckige Brillen tragen muss und nur oberflächlich nett sein darf, tief innen aber gehetzt, dann verzichte ich doch lieber und warte auf einen fernen Tag X, an dem die Kinder aus dem Haus gewachsen sind. Auf eine Midlife-Crisis gleich nach der Pubertät kann ich ganz gut verzichten.

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Sicher ist sicher

Posted by nomadyss - 10. Juli 2009

„Ich komme gerade aus dem Kraftwerk, es ist alles in Ordnung“, sagte ein stahlender Vattenunfall-Sprecher, „die paar neunschwänzigen Ratten, die die Kühlleitungen durchgebissen hatten, wurden soeben von zwei Azubis in den Reaktor zurückgedrängt. Zurzeit arbeiten wir daran, neue Werkskleidung zu schneidern, damit die zusätzlichen Arme, die die beiden aus dem Reaktor mitbrachten, auch mit vorschriftsmäßiger Schutzkleidung bedeckt werden können. Für den Austausch von explodierten Transformatoren ist es übrigens ganz nützlich, ein paar zusätzliche Arme zu haben. Mit zwei Händen hält man das alte Gerät, mit dreien schraubt man das neue an und mit den beiden übrigen Händen kann man schön das Loch im Reaktorkern zuhalten.“

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Terry Pratchett – Unterm Rad. Ein Scheibenwelt-Roman

Posted by nomadyss - 9. Juli 2009

Nicht zufällig ist der neue Scheibenwelt-Roman Anfang Juli erschienen. Es geht um ein Radrennen, welches die Bewohner der Scheibenwelt in ihren Bann zieht. Hauptakteur ist eine bisher unbekannte Figur, der Rennfahrer Lance Starkimarm Beinstrong aus Lancre. Beinstrong hat alle Radrennen der letzten 20 Jahre gewonnen und schickt sich an, auch dieses Rennen zu gewinnen. Die Bewohner Ankh-Morporks jubeln ihm zu.

Natürlich bleibt ein solchen Großereignis nicht unbeachtet. Kleine und nicht ganz so kleine Verbrecher wollen mit am großen Rad drehen.

Neben den üblichen Gilden taucht erstmals die geheime Gilde der Dopingfahnder auf. Da die Dopingfahndung zwar komplett unsinnig, aber völlig legal ist, kann von einer Gilde eigentlich gar keine Rede sein. Um doch Gildenstatus zu erlangen haben die Mitglieder begonnen, leistungsfördernde Mittel herzustellen und zu vertreiben. Diese Initiative geht von einem alten Bekannten aus, der seit Geburt der Scheibenwelt die seltsamsten Mittel vertreibt: Treib-mich-selbst-in-den-Ruin-Schnapper, kurz Schnapper genannt.

Zunächst ist nicht klar, ob wenigstens diese Tätigkeit illegal ist. Fragt man die Bewohner Ank-Morporks, ob leistungssteigernde Mittel verboten sein sollten, kriegt man höchstens zu hören: „Wo kann ich die kaufen?“

Beinstrong ist mehrmals in Begleitung von Schnapper gesehen worden.
Alles hängt von der Entscheidung Lord Vetinaris ab:
„Lord Vetinari wusste Bescheid. Er wusste immer Bescheid. Seine Spitzel waren wie gewöhnlich gut unterrichtet. Er wusste, dass es von ihm abhing. Aber er wollte sich das Spektakel nicht entgehen lassen.“

Dann beginnt die entscheidende Etappe. Beinstrong hat nur noch eine ganz ganz ganz kleine Chance, das Rennen zu gewinnen. Eine Chance von eins zu einer Million.

„Die Gilde der Dopingfahnder war hinter ihm her. Irgendwer hatte wieder gezwitschert, er spürte den heißen Atem der Follower. Es war immer das gleiche. Die Interviewmethoden der Gilde waren berüchtigt.* Immer purzelten ein paar ganz freiwillig erwähnte Namen auf die Listen der Gilde.
Jetzt hatte er also die Verfolger im Nacken. Die einen wollten ihm an die Gurgel, die anderen ans Blut.

* Keiner würde es wagen, in diesem Zusammenhang von Folter zu sprechen. Aber diejenigen, die es gewagt hatten, konnten es nicht mehr wiederholen. “

Es kommt, wie es immer kommt. Beinstrong gewinnt.

Inmitten des Jubels und Taumels erhebt sich Lord Vetinari. Innerhalb von Zehntelsekunden herrscht totale Stille. Mehr als nur die anwesenden Augen sind auf den Patrizier gerichtet. Wird er den Daumen heben oder senken?

„Lord Vetinari erhob sich. Eine neue Gilde durfte er nicht zulassen. Das empfindliche Gleichgewicht, dass sich während seiner Amtszeit zwischen den verschiedenen Gruppierungen herausgebildet hatte, durfte nicht gestört werden. Er konnte es sich nicht leisten, den Zorn aller Gilden gleichzeitig auf sich zu ziehen, wenn er weiter am Leben bleiben wollte. Andererseits —
‚Herzlichen Glückwunsch, Herr Beinstrong, zum Gewinn der diesjährigen Rundfahrt. Du stehst zweifelsfrei als Sieger fest. Wie mich die Dopingfahndergilde‘, ein Rauschen ging durch die Menge, Boten wurden an entfernte Orte geschickt, versteckte Messer wurden gewetzt, ‚informierte, ist dein Name auf ihre Liste gelangt. Ich schlage daher vor, du folgst mir in meinen Palast.‘

Mit dieser kurzen Rede hat der Patrizier die Einnahme von leistungssteigernden Mittel bei Wettkämpfen verboten, die neue Gilde anerkannt und Beinstrong den Gewinn aberkannt. Beinstrong kommt ins Verlies, wird nach 5 Tagen aber erneut dem Patrizier vorgeführt. Dieser bietet ihm einen Handel an, wohl wissend, dass Beinstrong annehmen wird.

Mehr verrate ich hier aber nicht, Ihr müsst schon selber lesen!

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Verraten und verkauft

Posted by nomadyss - 8. Juli 2009

Es ist ja kein Geheimnis, dass Berlin seit Jahren äußerst klamm bei Kasse ist. Neben den üblichen Geldbeschaffungsmaßnahmen wie Parkzonen innerhalb des S-Bahn-Rings oder Klage auf mehr Geld vorm Bundesverfassungsgericht sind jetzt verstärkt die kreativen Ideen gefragt.

Ein erster millionenschwerer Erfolg konnte bereits durch den klammheimlichen Verkauf jeder zweiten S-Bahn erzielt werden. Während die Fahrgäste noch immer auf ihre Bahn warten wird im Roten Rathaus schon wieder gefeiert und eine Kunsthalle geplant.

Da das Tafelsilber damit vollständig veräußert ist wird jetzt dazu übergegangen, immaterielle Dinge zu versilbern. So wurde uns der nächste Mittwoch einfach weggenommen und an Investoren verkauft:
ferien
(Klick aufs Bild)

Hätte man uns nicht wenigstens vorher fragen können?

So ein hässlicher, grauer, verregneter Novembertag, der hätte doch keinem wehgetan. Aber ein schöner Tag mitten im Sommer?

Es ist eine Schande.

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Last dance

Posted by nomadyss - 7. Juli 2009

Ich berichte hier live von der Beerdigung des King of Pop. Obwohl, mit dem Poppen hatte er es ja nicht so. Wenn es zu doll ging fiel immer sein Pimmel ab. Seit seiner Arisierung war das sein größtes Problem. Abfallende Körperteile. Zuerst die Nase, nach und nach alles andere. Vor zwei Wochen ist ihm dann der Kopf abgefallen und das war’s.

Nun stehen wir hier an seinem Grab und suchen seine linke Hand. Ach, da. Ist noch an der Kaffeetasse dran. Hat zum Glück noch keiner von den Souvenirtouristen gesehen, die sich zu einer echten Plage gemausert haben. Jeder will ein Stück von Jacko mit nach Hause nehmen. Die Security hat alle Hände voll zu tun, dass die Leute nicht alles rausschleppen. Dann können wir die schöne Beerdigung absagen. Wo es doch so lecker Essen geben soll. Und ohne Leiche auch kein Toter, ohne Toten auch kein Erbe. Was werden die Angehörigen wütend sein.

Doch die Jungs mit den breiten Schultern halten sich wacker. Wir können beginnen. Der Trauerzug besteht aus der Neverland-Pioniereisenbahn, die die Dauergäste zur Grabstelle fährt. Hier warten 80.000 Fans auf uns, die seit vorgestern morgen auf dem Friedhof campen, um einen letzten Blick auf ihr Idol zu werfen. Wie ich gerade sehe, sind gar nicht mehr alle auf die Beine gekommen. Die lassen wir dann gleich hier. Massengräber sind zwar gerade etwas aus der Mode, aber was tut man nicht alles, um neben seinem Idol begraben zu werden.

Die Grabrede ist gänzlich uninteressant. Mehrmals weist der Prediger der Moon-Sekte, die Jackson durch seinen Moon-Walk gesellschaftsfähig gemacht hat, darauf hin, dass hier ein Peter Pan von uns geht. Ich weiß nicht, was daran so spannend sein soll, für immer Kind zu bleiben. Befreit von jeglicher Verantwortung, immer schön peinlich sein. Vielleicht noch rosa für eine schöne Farbe halten. Keinen Alkohol trinken dürfen. Keine Ahnung haben. Ständig von den blöden Eltern vollgemeckert werden. Von anderen Gören gehänselt werden und an den Haaren gezogen bekommen. Als Österreichisches Kind zudem eingesperrt, geschlagen und missbraucht werden. Also wenn Sie mich fragen, das Leben als Diktator macht erst als Erwachsener so richtig Spaß.

Der Trauerzug bewegt sich langsam am offenen Sarg vorbei. Jeder murmelt ein paar Worte. Doch was ist das? Jacksons Vater verlässt die Reihe, springt vor, greift in den Sarg, rüttelt dem Toten am Hals und brüllt: „Du Hurensohn! Ausgeburt des Teufels! Steh‘ endlich auf! Du singst jetzt gefälligst!“ Jetzt reißt er sich den Gürtel von der Hose und drischt auf den wehrlosen Sohn ein. „Dir werd‘ ich’s austreiben! Schaff‘ Kohle ran, aber ein bisschen plötzlich! Deine wehleidigen Schauspielereien kannst Du Dir sparen!“
Oh, oh, das wird Ärger geben. Und jetzt, ich traue meinen Augen nicht!

Jackson steigt aus dem Sarg! Er steht in der Luft, ein Zucken geht durch seinen Körper. Von Ferne kommt eine Melodie, eine bekannte Melodie. Jackson tanzt!
Jackson singt!!!

„Because I´m dead. I´m dead – come on
(dead, dead – really, really dead)
You know I´m dead, I´m dead – come on you know it
(dead, dead – really, really dead)
You know I´m dead, I´m dead – come on you know
(dead, dead – really, really dead)
and the whole world has to answer right know
just to tell you once again, who´s dead“

Jackson steht, in einer Wolke aus Licht und Duft. Er steigt auf in den Himmel. Das Licht, das keine Quelle zu haben scheint, ist noch ein paar Minuten zu sehen und verblasst. Die Melodie verklingt. Dann ist Stille. Totenstille.

Nach einer Minute oder zwei fängt die erste an zu schluchzen. Die zweite steigt ein. Kurz darauf weint der ganze Friefhof. Die Menschen an den Fernsehgeräten tun es ihnen gleich. Noch im Tode verzeichnet Jacko den letzten Guiness-Buch-Eintrag. 6 Milliarden Menschen weinen.

Dann ist es vorbei.

Ich verabschiede mich von dieser bewegenden Zeremonie und hänge meinen Beruf an den Nagel. Nach dieser Messe kann nichts mehr kommen.

Auf Wiedersehen.

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In guten wie in schlechten Zeiten

Posted by nomadyss - 6. Juli 2009

Wer wissen will, wie das Auf und Ab an der Börse funktioniert sollte sich mal meine Ehe anschauen. Hinter beidem steht eine bedeutende Logik. Beide verstehe ich nicht.

  1. Erste Verliebtheit: die Börsenralley beginnt.
  2. Ein Teil erfährt, dass der andere Teil bereits ein Kind aus einer früheren Beziehung hat: Blase platzt, Kurse pegeln sich nach tagelangen Schwankungen auf Normalniveau ein.
  3. Frau war beim Frisör: steigende Kurse.
  4. Mann erkennt aber nicht, dass Frau beim Frisör war: tagelang steigt gar nichts mehr.
  5. Es ist nicht genug Süßkram auf dem Markt: extrem sinkende Kurse.
  6. Mann will jeden zweiten Tag Sex: sinkende Kurse.
  7. Mann will nicht jeden zweiten Tag Sex: sinkende Kurse.
  8. Neuer Modekatalog kommt an: tagelang steigende Kurse, obwohl nichts weiter passiert.
  9. Paket des Versandhandels kommt an: sprunghaft steigende Kurse.
  10. Keine der Klamotten sieht so aus wie im Katalog. Nichts davon passt: Kann der Wert eigentlich auch unter null sinken?
  11. Frau erfährt zufällig, dass der Mann ihr heimlich einen tollen Wintermantel kaufen will: totale Explosion.
  12. Sekunden vor dem Kauf des Mantels geht der Kühlschrank kaputt, der Mann gibt eine ad-hoc-Mitteilung heraus und kauft von dem Geld einen neuen Kühlschrank: eigentlich ist nun alles so wie vorher, die Kurse sind trotzdem wochenlang im Keller.
  13. Frau kauft Schuhe obwohl kein Geld da ist: steigende Kurse.
  14. Mann kauft Computer obwohl Geld da ist: sinkende Kurse.
  15. Sonne scheint: steigende Kurse.
  16. Sonne scheint zu doll: sinkende Kurse.
  17. Ein Überangebot von Alkohol belastet den Mann: kompletter Kursverlust, der, wenn überhaupt, erst nach Monaten wieder aufgeholt werden kann.
  18. Frau hat Sex mit Josef Ackermann: Mann verkauft sofort alle Aktien, solange er noch Höchstpreise erzielen kann und schreibt vortan auf einer schönen einsamen Insel erfolgreiche Bücher über den sogenannten Mitnahmeeffekt.
  19. Ein feindliches Übernahmeangebot von einer extrem gut aufgestellten ausländischen Marke geht für den Mann ein: Krise, Zusammenbruch, Weltkrieg.

Ja, nun. Falls sich hier überraschenderweise nicht nur sexsuchende Männer rumtreiben, kann mir mal bitte jemand erklären, warum die neuen Schuhe (s. Punkt 13) nach 2 Mal tragen im Schrank verschwinden und nach 4 Jahren herumstehen weggeschmissen werden?

Und wo wir gerade dabei sind: den USB-Stick habe ich inzwischen wiedergefunden, aber wo sind meine Regenschirme?

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