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Achtung: kann Spuren von Satire enthalten

Archive for September 2009

Erkenntnis vom Wahlsonntag

Posted by nomadyss - 28. September 2009

Es war ein Desaster ohne Gleichen. Ein so schlechtes Ergebnis hat man seit Jahren nicht gesehen, was sag ich, seit Jahrzehnten. Der Abend glich einer völligen Zerstörung. Einer Selbstzerstörung zudem.

Bereits in den ersten Minuten zeichnete sich die totale Niederlage ab und man erlebte nicht einen einzigen Moment, an dem Hoffnung aufkeimte. Nichts, aber auch gar nichts, vermochte den Abend zu retten.

Nun erntet man die verdorbenen Früchte der Krise. Diesen Mannen ist in diesen Zeiten einfach keine Rettung zuzutrauen. Hinzu kommt eine verfehlte Personalpolitik. Keiner da, der sich hinstellt und die Ärmel hochkrempelt und einfach macht. Keine Führungspersönlichkeit weit und breit, die auf alle positiv abstrahlt. So kann man nicht gewinnen.

Wenn sich da nicht bald was tut steigt Hertha ab.

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Silvio Berlusconi zum Antikorruptionsbeauftragten der EU bestimmt

Posted by nomadyss - 25. September 2009

Nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an Silvio Berlusconi mit der Begründung, dass er bisher noch keinen dieser fiesen Journalisten, die delikate Einzelheiten aus seinem öffentlichen Sexleben berichten, eigenhändig erwürgt hat, wurde ihm nun auch das Amt des Antikorruptionsbeauftragten der EU angetragen.

Sein Sprecher prüft derzeit, ob diese Funktion vereinbar mit seinen weiteren Funktionen als Gegenpapst, Sonnengott und Hampelmännchen ist.

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Erfolgreiche Kommunikation

Posted by nomadyss - 23. September 2009

Als ich gestern abend auf der Elternversammlung sah, was meine Banknachbarin sich in ihren Kalender schrieb, fing ich an, ein wenig über die Fehlertoleranz des menschlichen Hirns nachzudenken. „Tag der ofenentür“ stand da, so falsch und doch so eindeutig. Wenn man mal davon ausgeht, dass „Tag der Ofentür“ keinen Sinn macht.

In unserem Alltag begegnen wir lauter Fehlern und nur manchmal sträuben sich uns die Haare. Ich komme auf dem Weg zur Arbeit gelegentlich an einem Schild vorbei, welches mich voll korrekt belehrt: „Wir sind ein rauchfreies Haus!“ Das ist eine einigermaßen schockierende Erkenntnis. Ich bin ein Haus. Wir sind ein Haus, wollte ich sagen. Und zwar ein schizophrenes.

Dienstlich habe ich in regelmäßigen Abständen mit verschiedenen Hotels zu tun.
Meine Anfrage im Relexa Hotel, ob ich eine Nacht länger bleiben könne, löste dort umfangreiche Baumaßnahmen aus. Es wurden Wände aufgestemmt, ganze Etagen in Schutt und Asche gelegt und alles wieder neu hochgezogen, gemalert und tapeziert, bis man mir endlich antworten konnte:
„Guten Tag, wir haben das Zimmer verlängert.“
Das ist ganz vorzüglich. Ich mag lange Zimmer. Aber kann ich eigentlich auch eine Nacht länger bleiben?

Besonders häufig fallen mir Fehler aber in den nichts vergessenden Tiefen des Internets auf. Wo kein Korrektor mehr sitzt werden zwar Grammatik, Rechtschreibung und mitunter auch der Sinn zum Zufall, wenn es aber keinen stört, wo ist dann eigentlich das Problem? Wenn eine Dame, die Gleichgesinnte für ihre Blumenliebhaberei sucht, ihre Schwärmerei mit den Worten „Blumen sagen mehr wie tausend Worte“ beginnt, möchte man ihr einerseits zurufen: „Dann lass sie doch lieber reden!“ Andererseits fällt gerade in Wahlkampfzeiten auf, dass das trotz allem eine deutlich sinnvollere Aussage ist als „Reichtum für alle!“

Auch beim Verfassen von Bekanntschaftsanzeigen lauern zahlreiche Fallstricke, über die nicht nur Hauptschulabbrecher, sondern auch Akademiker stolpern. Sinnvolle Aussagen in extrem kompakter Form sind nicht jedermanns Sache. Besondere Fundgruben in dieser Hinsicht sind die Anzeigen aus „Schrott & Korn“ und „DIE ZEIT“. Da treffen „Veganer mit Rohkostanteil“ auf potentielle Mörderinnen („Nach 7 Jahren wieder lustige Witwe…“) um gemeinsam um die eierlegende Wollmilchsau („in allen Lebenslagen souverän, spontan, kreativ und vor allem körperlich und geistig fit“) oder einen besonders spirituellen Partner zu konkurrieren. Ob die den extrem spirituellen Therapeuten aus Berlin, der mit bewusstseinserweiternden und lebensbeendenden Mitteln experimentierte, meinen?

Manchmal gibts auch Frauen, die denken, dass Impotenz Spaß macht („Suche impotenten Mann mit großem Herzen für all die Dinge des Lebens, die darüber hinaus auch noch Spaß machen“) oder dass Kinder kostenpflichtig entfernt werden müssen („keine Altlasten“).

Männer haben Probleme mit Zuhnemen, sozialer Kompetenz und Rechtschreibung (Späthedoist), mit Kreativität („Andiedünnefrauohnealter. Spring` über den Zaun, edles Pferd Du, ich fange Dich auf, wir laufen zur Kirche die Orgel spielen, reiten die Wände `rauf bis in den Turm, zuzuschauen dem Tun der Welt, so weit unten“; Du Pferd Du, aus Deinem breiten Hintern reiten Äpfel auf den ausgetretnen Boden der Kirche) und Verstand (BIDI IN PEKING //IM ALLGÄU BIE II GUTEN TAG, SAGT ER!! MORGEN, SAGT SIE“ Du „Bie“).

Kein Wunder, dass soviele Kerle verlassen, Ehen geschieden und Kriege geführt werden!

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Die Geister die ich rief

Posted by nomadyss - 21. September 2009

Seit ich an dieser Stelle einmal das mit „S“ beginnende und mit „ex“ endende Wort im Titel eines Eintrags verwendete kann ich mich vor einschlägigen Suchanfragen kaum retten.
Ich freue mich immer über Verkehr auf der Seite, aber das ist der verkehrte Verkehr.
Was die Leute alles suchen. Als wenn jemand, der Verkehr mit Frau Merkel hatte, das irgendwo im Internet veröffentlichen würde.
Auch Anne will nicht, also, quasi ohne Sachen halt. Und warum wollen Leute, die von der Sarah W. schon nicht wissen, wie man sie richtig schreibt, sie unbedingt so sehen, wie Gott sie schuf? Ach nee, warte, wie Marx und Lenin sie schufen?

Wenn die Leude wenigstens ein irgendwie akademisches Interesse hätten und sonst irgendwie geistreich wären und erheiternde Kommentare statt Schleifspuren hinterlassen würden, könnte ich mich noch damit anfreunden.

Ist aber totale Fehlanzeige. Ich habe jetzt den Eintrag etwas umbenannt und hoffe, dass er damit aus Googles Listen fliegt und ich hier endlich wieder Leser habe, die Spaß am Spaß haben.

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Mehr Strom

Posted by nomadyss - 21. September 2009

Bei dem derzeitigen virtuellen Hype um Elektroautos muss man sich trotz aller Symphatie schon ab und zu überlegen, wer denn bitte ein Auto braucht, dass alle 150 km an die Steckdose muss.

Man stelle sich die Urlaubsfahrt nach Italien vor. Man verbringt längere Zeit an der Steckdose als auf der Straße. Von den 3 Wochen Urlaub braucht man 2 Wochen für An- und Abreise. Es wird wieder wie früher, als man mit dem Zug von Wismar nach Meißen wollte und auf jedem Bahnhof 20 Minuten Wartezeit hatte. In Berlin-Lichtenberg sogar eine Stunde.

Hat man gleichzeitig Klimaanlage und Autoradio in Betrieb verkürzt sich die maximal zurücklegbare Strecke auf 80 km. Und dann steht man in der Toskana und das Verlängerungskabel reicht nicht bis zur Steckdose. Ach, Deutschland, Deine Motels sind auch ganz schön.

Die Elektroautos, die um 1890 auf den Straßen unterwegs waren, konnten das, was die ganzen schicken Studien heutzutage (120 Jahre später) an den Mann bringen wollen, auch schon. Zumal derzeit alle nur reden. Einzig Mitsubishi schickt mit dem i-Miev (auf deutsch: ich stinke, obwohl er genau das nicht macht) ein Fahrzeug an den Start, das halbwegs serienreif ist.

Damit das nun endlich mal vorwärts geht mit dem Strommobil mache ich den ultimativen Vorschlag, der gleich ein paar Fliegen mit einer Klappe schlägt:
Die FORMEL 1 stellt auf reinen Elektroantrieb um. Wer zuerst 600 km schafft, hat gewonnen. Haben die Entwicklungsabteilungen endlich mal Druck, innovative Konzepte zu erdenken und umzusetzen. Und Ottonormalverbraucher hat was davon, dass ein paar Verrückte stundenlang im Kreis fahren.
Nach den zahlreichen Skandalen der letzten Zeit braucht die FORMEL 1 sowieso ein radikal neues Konzept, um wieder ins Rampenlicht zu fahren. Was wäre besser geeignet, als eine 180-Grad-Wende vom Umweltschwein zum Umweltvorreiter hinzulegen?

Und wenn der Strom dann noch …

Aber das wäre wohl zuviel verlangt.

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Mutanten

Posted by nomadyss - 18. September 2009

Die Beine sind gebügelt, die Haare gefönt
noch frisch rasiert und die Pickel getönt
die Schuhe schnell geputzt, das Tüchlein ins Quadrat
Hemd, Schlips und Anzug – man gibt sich akkurat

man macht was her, man ist voll im Geschäft
elegantes Protzen, Bankers Gehabe wird nachgeäfft
wo ist der rote Teppich, die Welt gehört mir
trinken Mokka und Champagner, spielen großes Tier

doch abends, wenn der Anzug fällt
hängen sie die Köpfe in die Bässe
ist Kleingeist wieder ihre Welt

beenden sie des Tages Noblesse
träumen nur vom großen Geld
und wenns nicht passt gibt’s auf die Fresse

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ottos mops (hat magen-darm)

Posted by nomadyss - 16. September 2009

ottos mops: kotze kommt
otto holt doktor
ottos mops kotzt klo voll
otto: ogottogott

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hannahs hahn

Posted by nomadyss - 16. September 2009

hannahs hahn darf nachts bahn fahr’n
hannah sagt: fahr hahn, fahr
hannahs hahn gafft bahn nach
hannah sagt: ahja

hannahs hahn mampft ananas
hannahs hahn schmatzt
hannah lacht
hannahs hahn hat angst am waldrand
hannah sagt: da lang hahn da lang

hannah sagt: halt
hannahs hahn hackt hannah arm ab
hannah hackt hahn kamm ab
hannahs hahn kackt
hannah sagt: mann, mann, mann

(Dank an Jandl)

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Verdummungsverbot

Posted by nomadyss - 8. September 2009

Es ist schön zu wissen, wie gut es uns nach der Wahl gehen wird.

Während wir jetzt alle noch darben, an der weltweiten Rezession leiden, entlassen werden und in Afghanistan sterben wird in nur drei Wochen alles besser sein.

Während die uralten Volksparteien versuchen, sich auf einzelne Themen zu beschränken und uns hier ein bisschen Bildung, da ein bisschen Gesundheit versprechen sind es heuer die kleineren und noch kleineren Parteien, die uns endgültige Erlösung verschaffen.

Die Grünen werden nach der Wahl die „1 Mio Jobs“, die sie seit Jahren in der Tasche stecken haben, auspacken. Was wird das schön, wenn mein Nachbar endlich einen Job hat. Keine ohrenbetäubende Musik mehr während der Vormittags-, Mittags- und Nachmittagszeit, sondern nur noch abends und nachts.

Noch besser aufgestellt ist die Linkspartei, die „Reichtum für alle“ mitbringt, und zwar ohne lästiges Arbeitengehenmüssen. Kann sich mein Nachbar endlich ne vernünftige Wohnung leisten und wegziehen.

Die Ideallösung für mein nachbarrechtliches und überhaupt für alle Probleme der Welt hat aber Helga Zepp-LaRouche, die Kanzlerkandidatin vom BüSo. Die absolut ultimative Aussage „Wir haben das Patentrezept“ ist ganz klar mein Favorit.

Dagegen ist das schwammige „Wir können es besser“ der F.D.P. doch nur kalter Kaffee. Vollkommen inhaltslos. Eine riesige Aussageeinöde. Das Gähnen des Guido Westerwüste.

Schalten Sie auch nach der Wahl wieder ein wenn es heißt:

Ha he hi
wir haben Amnesie

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Der tote Gartennazi – Ein Ratekrimi

Posted by nomadyss - 8. September 2009

Berlin-Alexanderplatz
8. September 2009, 10.35 Uhr.

Kommissar Handschuh erreichte den Brunnen der Völkerfreundschaft. Der Gerichtsmediziner hatte seine erste Untersuchung abgeschlossen und verlud das Opfer gerade, um es ins Labor zu fahren.
„Eins kann ich sagen: Aus Versehen ertrunken ist der nicht, auch wenn er nicht ganz nüchtern war.“
„Nein?“
„Mindestens ein Messerstich ins Herz. Bevor er ins Wasser fiel.“
„Oh.“
„Die Kollegen haben ein Messer im Wasser gefunden und in der Wache warten bereits drei Verdächtige.“
„Gute Arbeit!“

Zuerst nahm sich Handschuh den Punker vor.
„Name?“
„Karl Liebknecht.“
„Können Sie sich ausweisen?“
„Mann, Ihr kennt mich!“
Handschuh musste sich zusammenreißen.
„So Liebknecht, jetzt pass mal auf, dass wir dich nicht im Wald vom Laster schubsen. Ich verspreche Dir, dass Du hier die nächsten drei Wochen keinen Tropfen Alkohol zu Gesicht kriegst!“
„Was soll der Scheiß, Mann?“
„He, hier geht es um Mord!“
„Scheiß Nazis!“
„Was?!“
„Der Typ. Nazischwein. Verpassen Sie dem, der es getan hat, lieber ne Auszeichnung.“
„Du warst es nicht?“
„Ich brauchte nichts mehr machen, als ich kam, war er schon tot.“

Das Telefon klingelte.
„Machen Sie hin, Chef. Draußen stehen 20 Türken.“
„Was wollen die denn?“
„Den zweiten Verdächtigen holen. Es ist der jüngste Sohn der Familie, noch keine 18.“
„Verdammt.“
„Noch was, Chef. Das Messer ist tatsächlich die Tatwaffe, hat aber keine Fingerabdrücke. Vielleicht vom Wasser. Es ist aber wahrscheinlicher, dass der Täter Handschuhe getragen hat.“
„Nhg“, grunzte Handschuh. Er hasste es.

„Ohne meine Familie sag ich nix.“
Was für eine Begrüßung.
„So, Üzgür, was ist da eigentlich passiert?“
„Mann ey, ich kam da an und wollte bisschen mit meinen Kumpels abhängen, da lag die Glatze im Wasser. War voll tot, ey.“
„Und Du hast nicht nachgeholfen?“
„Ist mir doch egal, mit wem meine Schwester abhängt. Ich bin nicht so’n Messerstecher.“
„Messerstecher?“
„Naja, Ehrenmord und so.“
„Und woher…?“
„He, das hängt Ihr mir nicht an. Ich bin sauber. Ich bin doch nicht blöd. Kam grade aus’m Mediamarkt, neues Handy geholt, voll geil ey. Das Messer steckte noch im dem Typen drin. Brandneues Messer. Ich wollte das mitnehmen. Als ich den Typen bisschen umdrehte rutschte das Teil raus und dann klickten auch schon die Handschellen.“
„Wozu brauchen Sie eigentlich die Einmalhandschuhe, die in Ihren Stiefeln steckten?“
„Ich weiß nicht, wo die herkommen. Die muss mir jemand da rein geschoben haben, ehrlich!“

„Herr Mehdorn.“
„Kann ich bitte meinen Anwalt anrufen?“
„Natürlich, kein Problem. Bis er kommt können Sie mir ja vielleicht kurz schildern, was passiert ist?“
„Ich war gerade mit der S-Bahn aus Charlottenburg gekommen und wollte zum Saturn, ein Navigationsgerät kaufen. Da komme ich an dem Brunnen vorbei und da liegt mein Gartennachbar drin. Ich geh schauen, ob ich ihm helfen kann, da seh ich, dass er tot ist. Und dann kamen auch schon Ihre Kollegen.“

„Nun Chef, wie sieht’s aus?“
„Da versucht mal wieder jemand, jemand anderem die Schuld in die Schuhe zu schieben. Ist aber ein ganz schwacher Versuch.“
„Kennen Sie den Täter?“
„Ja.“

Wer war es? Und woher weiß es der Kommissar?

Lösungen bitte in die Kommentare.

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