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Achtung: kann Spuren von Satire enthalten

Erfolgreiche Kommunikation

Posted by nomadyss - 23. September 2009

Als ich gestern abend auf der Elternversammlung sah, was meine Banknachbarin sich in ihren Kalender schrieb, fing ich an, ein wenig über die Fehlertoleranz des menschlichen Hirns nachzudenken. „Tag der ofenentür“ stand da, so falsch und doch so eindeutig. Wenn man mal davon ausgeht, dass „Tag der Ofentür“ keinen Sinn macht.

In unserem Alltag begegnen wir lauter Fehlern und nur manchmal sträuben sich uns die Haare. Ich komme auf dem Weg zur Arbeit gelegentlich an einem Schild vorbei, welches mich voll korrekt belehrt: „Wir sind ein rauchfreies Haus!“ Das ist eine einigermaßen schockierende Erkenntnis. Ich bin ein Haus. Wir sind ein Haus, wollte ich sagen. Und zwar ein schizophrenes.

Dienstlich habe ich in regelmäßigen Abständen mit verschiedenen Hotels zu tun.
Meine Anfrage im Relexa Hotel, ob ich eine Nacht länger bleiben könne, löste dort umfangreiche Baumaßnahmen aus. Es wurden Wände aufgestemmt, ganze Etagen in Schutt und Asche gelegt und alles wieder neu hochgezogen, gemalert und tapeziert, bis man mir endlich antworten konnte:
„Guten Tag, wir haben das Zimmer verlängert.“
Das ist ganz vorzüglich. Ich mag lange Zimmer. Aber kann ich eigentlich auch eine Nacht länger bleiben?

Besonders häufig fallen mir Fehler aber in den nichts vergessenden Tiefen des Internets auf. Wo kein Korrektor mehr sitzt werden zwar Grammatik, Rechtschreibung und mitunter auch der Sinn zum Zufall, wenn es aber keinen stört, wo ist dann eigentlich das Problem? Wenn eine Dame, die Gleichgesinnte für ihre Blumenliebhaberei sucht, ihre Schwärmerei mit den Worten „Blumen sagen mehr wie tausend Worte“ beginnt, möchte man ihr einerseits zurufen: „Dann lass sie doch lieber reden!“ Andererseits fällt gerade in Wahlkampfzeiten auf, dass das trotz allem eine deutlich sinnvollere Aussage ist als „Reichtum für alle!“

Auch beim Verfassen von Bekanntschaftsanzeigen lauern zahlreiche Fallstricke, über die nicht nur Hauptschulabbrecher, sondern auch Akademiker stolpern. Sinnvolle Aussagen in extrem kompakter Form sind nicht jedermanns Sache. Besondere Fundgruben in dieser Hinsicht sind die Anzeigen aus „Schrott & Korn“ und „DIE ZEIT“. Da treffen „Veganer mit Rohkostanteil“ auf potentielle Mörderinnen („Nach 7 Jahren wieder lustige Witwe…“) um gemeinsam um die eierlegende Wollmilchsau („in allen Lebenslagen souverän, spontan, kreativ und vor allem körperlich und geistig fit“) oder einen besonders spirituellen Partner zu konkurrieren. Ob die den extrem spirituellen Therapeuten aus Berlin, der mit bewusstseinserweiternden und lebensbeendenden Mitteln experimentierte, meinen?

Manchmal gibts auch Frauen, die denken, dass Impotenz Spaß macht („Suche impotenten Mann mit großem Herzen für all die Dinge des Lebens, die darüber hinaus auch noch Spaß machen“) oder dass Kinder kostenpflichtig entfernt werden müssen („keine Altlasten“).

Männer haben Probleme mit Zuhnemen, sozialer Kompetenz und Rechtschreibung (Späthedoist), mit Kreativität („Andiedünnefrauohnealter. Spring` über den Zaun, edles Pferd Du, ich fange Dich auf, wir laufen zur Kirche die Orgel spielen, reiten die Wände `rauf bis in den Turm, zuzuschauen dem Tun der Welt, so weit unten“; Du Pferd Du, aus Deinem breiten Hintern reiten Äpfel auf den ausgetretnen Boden der Kirche) und Verstand (BIDI IN PEKING //IM ALLGÄU BIE II GUTEN TAG, SAGT ER!! MORGEN, SAGT SIE“ Du „Bie“).

Kein Wunder, dass soviele Kerle verlassen, Ehen geschieden und Kriege geführt werden!

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